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Rückblick ConSozial 2016

Digitalisierung und Pflegeheime, Apps und Barrierefreiheit. Das passt nicht zusammen? Doch – das hat die ConSozial dieses Jahr deutlich gezeigt. Aber die Einrichtungen müssen sich auf neue Techniken einlassen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Auch zum Wohl ihrer Kunden.

Soziale Marktwirtschaft 4.0, die Podiumsdiskussion zum Motto der ConSozial 2016. (© NürnbergMesse/Thomas Geiger)
Soziale Marktwirtschaft 4.0, die Podiumsdiskussion zum Motto der ConSozial 2016. (© NürnbergMesse/Thomas Geiger)

Es ist etwas in Bewegung. Wer zwischen den 240 Messeständen der ConSozial umherstreifte, bei dem musste dieser Eindruck haften bleiben: Langsam, aber sicher, öffnet sich die Sozialwirtschaft für digitale Angebote. Da geht es häufig um ganz praktische Arbeitserleichterung – etwa durch Programme für Dienstplanung, Dokumentation oder Controlling. Das macht die Branche für Software- und Beratungsfirmen zunehmend interessant. Referenten berichteten aber auch von intelligenten Wohnungen und virtuellen Tagesbegleitern, denen man zum Beispiel einen Einkaufszettel diktieren können soll. Aussteller zeigten, wie eine Anwendung auf dem Smartphone einen Rollstuhlfahrer auf barrierefreie Wege lotst oder wie eine App für leichtes Lesen funktioniert.

240 Aussteller präsentierten ihre Angebote und Dienstleistungen. (© NürnbergMesse/Thomas Geiger)
Messegeschehen (© NürnbergMesse/Thomas Geiger)

All das kann die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern – für Alte ebenso wie für Menschen mit einer Behinderung. Bayerns Sozialministerin Emilia Müller mahnte auf dem Leitkongress unter dem Motto „Soziale Marktwirtschaft 4.0“ in den Nürnberger Messehallen denn auch, man dürfe nicht nur die Gefahren, sondern auch die Chancen der Digitalisierung wahrnehmen.

Für gemeinnützige Einrichtungen und Sozialunternehmen geht es außerdem darum, nicht abgehängt zu werden. Andrea Bellmann, die Sozialwirtschaft an der Evangelischen Hochschule Nürnberg studiert, vermutet: Gerade kleinere Sozialunternehmen haben noch keinen Plan, was sie mit der Digitalisierung anfangen sollen. Gemeinsam mit einigen Kommilitonen stand sie auf der ConSozial, um Kooperationen anzubieten. Ihr „Verein für Sozialwirtschaft“ wollte mit Einrichtungen in Kontakt kommen, gemeinsame Projekte mit Studenten anstoßen oder Absolventen vermitteln. Beispiel: Ein großes gemeinnütziges Unternehmen wollte wissen, ob sein Image verstaubt sei. „Und ja, es war völlig verstaubt“, meint Bellmann lachend. „Jetzt erstellen wir ein Konzept, wie sie sich neu aufstellen können, auch im Bereich Social Media“.

Selbst beim KITA-Kongress der ConSozial ging es unter anderem um den Einsatz digitaler Medien und was Kinder „zwischen Matschhose und Tablet“ davon haben. Wer selber Nachwuchs hat, der weiß schon mal: Das mit dem Wischen haben die Kleinen schnell kapiert. Und wenn sie erwachsen sind, werden virtuelle Begleiter wahrscheinlich schon alltäglich sein.

 

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