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Auf die Ohren! - Podcasting in sozialarbeiterischen Kontexten?

Wer nicht lesen kann, darf hören: Benedikt Geyer produziert Podcasts über Themen, die ihm in seinem Berufsleben als Sozialarbeiter begegnen. Die neuen Medien sollten längst fester Bestandteil sozialer Arbeit sein, findet er. Immerhin prägen sie auch die Lebenswelten der Klientinnen und Klienten und bieten jede Menge Möglichkeiten.

Podcasts sind derzeit angesagt. Zeitungen, Soziale Netzwerke und Unternehmen nutzen sie, um Inhalte zu transportieren. Der Vorteil: Interessierte können sich diese Produktionen immer und überall herunterladen, anhören und sogar abonnieren.

Die mobile und völlig zeitunabhängige Nutzung ist für Podcaster Benedikt Geyer einer der größten Vorteile des Formats. Doch genauso schätzt der Sozialarbeiter und gelernte Medienassistent die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten, die Podcasts bieten. „Technisch ist mittlerweile fast alles möglich.“ Man könne in einem Podcast Geschichten erzählen, einen oder mehrere Gesprächspartner interviewen oder durch die Aufnahme von Geräuschen eine bestimmte Atmosphäre erschaffen. Jegliche Art von Formaten, wie man sie aus dem Radio kenne, seien denkbar.

Gerade in der Sozialen Arbeit bieten sich Podcasts an, sagt Geyer. Nicht nur, um Menschen entgegenzukommen, die aufgrund ihrer visuellen Einschränkungen keine Texte lesen können. Sondern für alle, die sich gerne ohne Anstrengung informieren. „Podcasts sind einfach komfortabel. Ich kann zum Beispiel Auto fahren und mir dabei erste Informationen für ein spezielles Problem einholen, das ich habe“, erläutert Geyer.

Soziale Träger, Verbände oder Vereine können sich und ihre Dienstleistungen in Image-Podcast vorstellen. Auch Spendenaufrufe, Hilfe zur Selbsthilfe oder Mitarbeiterporträts sind in diesem Format möglich. „Es ist hochspannend, mithilfe von Podcasts die ganze Bandbreite der Sozialen Arbeit transparent zu machen“, sagt der medienaffine Sozialarbeiter, der seit vielen Jahren Podcasts produziert.

Doch es gibt auch Stolpersteine bei der Nutzung des neuen Formats stellt Geyer klar. Schlecht gemachte Sendungen von zweifelhafter Klangqualität verprellen die Nutzer und sorgen so schnell für einen Imageverlust des Produzenten. „Die deutschen Hörer sind sehr verwöhnt, sie wollen Radioqualität“, weiß Geyer aus Erfahrung. In seinem Vortrag während der ConSozial wird er darauf eingehen, wie sich Produktionsfehler vermeiden lassen und was einen guten Podcast ausmacht.

Darüber hinaus ist ein Podcast mit Aufwand und Kosten verbunden. Nicht nur das Equipment muss angeschafft werden, auch die Verwendung von Musik oder Jingles, die unter Umständen gema-pflichtig sind, sollten einkalkuliert werden.

Während Podcast-Nutzer nur einen Kopfhörer, eine Audio-App und ihr Smartphone benötigen, müssen Produzenten für die richtige Ausrüstung wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Das Equipment zur Produktion besteht aus einem guten Headset und/oder externen Mikrofonen sowie einem Aufnahmegerät. Hinzu kommen Schneideprogramme für den PC, um störende Geräusche während der Aufnahme im Nachhinein herausschneiden zu können. Den Sozialverbänden empfiehlt Geyer für den Anfang mit Podcast-Experten zusammenzuarbeiten oder sich in einschlägigen Foren im Internet zu informieren. Dort bekomme man schnelle und unbürokratische Hilfe und viele Inspirationen.

Von Michaela Zimmermann

Erleben Sie den Fachvortrag von Benedikt Geyer auf dem Kongress der ConSozial am Mittwoch, 07. November 2018 von 11:30-12:30 Uhr: "Auf die Ohren! - Podcasting in sozialarbeiterischen Kontexten?"

 

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