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Bewusste Erziehung - selbstbewusste Kinder

Warum es sich lohnt, schon in der KITA gegen Einseitigkeiten und Diskriminierung vorzugehen

Petra Wagner, Direktorin des Instituts für den Situationsansatz in Berlin, Leiterin der bundesweit agierenden Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung, setzt mit ihrem Team darauf, die Unterschiede anzuerkennen und Ausgrenzung zu vermeiden. Dies geschieht bundesweit in Fortbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kindertagesstätten sowie Lehrkräften. Sie werden dabei unterstützt, sich ihrer unbewussten Vorurteile gewahr zu werden und ihre Praxis vorurteilsbewusst zu gestalten. Damit Abwertung und Ausgrenzung von Kindern keinen Platz im KITA-Alltag hat.

Petra Wagner und ihr Team der Fachstelle Kinderwelten haben die vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung auf der Grundlage eines US-amerikanischen Ansatzes entwickelt. Angesetzt wird an der Tatsache, dass Menschen sich zunächst nur in ihren eigenen Lebenswelten auskennen. Diese finden sie „normal“ und machen sie zum Maßstab ihrer Bewertungen. Das geschieht auch in der Kita und kann dazu führen, dass die Lebenswelten von Kindern und Familien hier nicht vorkommen oder als „nicht richtig“ gelten. „So erleben die Kinder eine negative Bewertung ihrer eigenen Realität“, erklärt Wagner. Und das wirke sich negativ auf das Selbstwertgefühl der Betroffenen aus. Kinder brauchen Unterstützung von den Erwachsenen, um mit den Unterschieden umzugehen. „Sie zu verschweigen und alle Kinder gleich zu behandeln, hilft ihnen nicht. Kinder nehmen die Unterschiede früh wahr. Sie brauchen sachlich korrekte Informationen und respektvolle Worte, um sie zu benennen.“

Gleichzeitig sei es wichtig, aufmerksam zu sein, wenn Kinder zur Zielscheibe von Hänseleien werden. Damit können Kinder nicht alleine zurechtkommen, so Petra Wagner: „Sie brauchen die Unterstützung der Erwachsenen, insbesondere wenn es sich um diskriminierende Hänseleien handelt, mit denen Bezug genommen wird auf das Geschlecht, den Hautton, eine Behinderung, die Körperform oder die Familienkonstellation.“ Werde bei Abwertungen und Ausgrenzungen nicht interveniert, so sei die negative Botschaft an alle Kinder, dass sie an diesem Ort keinen Schutz erwarten können.

Die Fortbildungen für ein KITA-Team sind angelegt auf zwei Jahre, mit Seminartagen und Praxisphasen, in die das gesamte Betreuungspersonal einer Einrichtung involviert ist. Der Aufwand ist es wert, denn so kommt es zu positiven Veränderungen: Kinder können erleben, dass sie dazugehören und akzeptiert werden. So wie sie sind.

VON MICHAELA ZIMMERMANN

Erleben Sie das KITA-Spezial mit Petra Wagner auf der ConSozial am Mittwoch, 07. November 2018 von 11:20-12:00 Uhr: "Gemeinsam stark: Vielfalt respektieren - Ausgrenzung widerstehen"

 

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