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Der Hirnforscher und die Kaulquappen

Ein Plädoyer für Vielfalt und Gemeinschaft

Der langjährige Professor für Neurobiologie an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen versucht sich bei seinem Vortrag an nichts Geringerem als „Gedanken, die ins Herz springen“. „Wie werden wir stark?“, fragt er. Und: „Wie werden wir ein starkes Team?“

Mit diesen Fragen trifft er ins Schwarze beim Kita-Kongress der ConSozial. Hüther plädiert für die ständige Weiterentwicklung des Menschen – aber nicht im Sinne vom Überleben des Stärkeren („das gilt nur für Tiere!“), sondern von der Überlegenheit desjenigen, der sich immer wieder neu erfinden kann. Hier nutzt ihm die Natur als Vorbild, „die Vielfalt des Lebendigen“, deren Zerstörung durch den Menschen er anprangert. Seine Kindheitserinnerungen sind es, die ihn Biologe werden ließen, „die Kaulquappen und Kuckuckslichtnelken“.

Gehirn will Probleme

Aus dem Biologen wurde der Hirnforscher. Der für sich erkannt hat, dass es das Beste sei, „die Vielfalt des Lebendigen auf unser Leben zu übertragen“. Das Gehirn jedenfalls sei dazu in der Lage, es passe sich an, je nach Problemstellung. Und Probleme brauche es eben für diesen Anpassungsprozess. Dadurch entstehe Kohärenz, also Gedanken, die in sich logisch, zusammenhängend und nachvollziehbar sind.

Hüther ist niemand fürs „stille Kämmerlein“. So wie es ihn mit seinen Erkenntnissen auf die Bühne drängt, fordert er die Zuhörer auf, sich zu engagieren, konkret: den inneren Reichtum zum Ausdruck zu bringen, jeder auf seine Weise. Und zu gestalten. Sein mit Verve vorgetragenes Plädoyer gilt dem individuellen Gestaltungspielraum. Den es auszubauen gelte, zu erweitern. Freiräume zu nutzen und auszudehnen. Hüther hebt seitlich die Arme und zeigt, wo sich dieser Gestaltungsraum befindet. Und wo er mit dem anderer Menschen verschmilzt, wo sich Gemeinsamkeiten bilden, und letztlich ein Team.

Geoffrey Glaser

Den Vortrag von Gerald Hüther auf der ConSozial gibt es auf dieser Seite übrigens als Video.

 

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