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KITA-Kongress der ConSozial

„Erzieher mit ganzem Herzen … und Rückenschmerzen“

Yves Macak kennt diese Sichtweise nur zu gut. Er ist Erzieher. Ein männlicher „R-zieher“, wie er sich selbst nennt. Er macht Comedy „aus der Welt der Stuhlkreise, Töpferkurse und pädagogischen Webarbeiten“, nimmt sich und seine Berufsgruppe selbst aufs Korn, aber ebenso die noch vielfach verbreitete Haltung, die Hajo Schumacher bei Maischberger benannte. Seinen Refrain „Denn ich bin Erzieher, das kommt von Herzen, mit starken Nerven und Rückenschmerzen“, entspricht dabei sicherlich dem Selbstbild vieler der 417.475 Erzieherinnen und Erziehern in Kindertagesstätten in Deutschland (2017).

Eine gewaltige Zahl! Alle anderen Beschäftigen in Kitas zusammengenommen sind es sogar 724.109 Menschen, die sich beruflich mit kleinen Kindern beschäftigen – übrigens ein Zuwachs von fast 30.000 seit dem Jahr davor (2016).

„Immer Ärger mit den Hausis?“

Grund genug, für einen eigenen Kita-Kongress auf der ConSozial! „Gemeinsam stark“ war das Motto des erstmals zwei Tage umfassenden Kongresses. Den Anfang machte am zweiten Tag der prominente Hirnforscher Gerald Hüther, dem über 1.400 Besucherinnen und Besuchern lauschten (siehe Beitrag: „Der Hirnforscher und die Kaulquappen“).

Thematisch spannte der Kita-Kongress weite Bögen. Da ging es um gesellschaftliche relevante Themen wie beim Vortrag zu „Mehr Männer in KITAs - Wunschtraum oder Wirklichkeit?“, unterschiedliche Familienkulturen und Familien mit Fluchthintergrund, aber auch ganz konkrete Alltagsbelange, wie sie jeder Kita-Mitarbeiter kennt, zum Beispiel „Immer Ärger mit den Hausis? Entwicklungsmöglichkeiten für eine gelingende Hausaufgabenzeit“, oder auch das große Thema „Psychische Belastungen am Arbeitsplatz“, zu dem es denn neben dem Vortrag einen eigenen Workshop gab, der in Windeseile ausgebucht war.

Eines der Highlights des Kita-Kongresses war der Auftritt von Rodscha aus Kambodscha & Tom Palme. Die Gewinner des deutschen Kinderliederwettbewerbs 2015, deren Lieder immer wieder im KIKA gespielt werden, legten auf der Messe-Bühne gewohnt forsch-fröhlich los. Hinter Liedern wie „Affe in Afrika“ steckt ein pädagogisches Konzept, das zum Mitmachen im Gesang und in der Bewegung einlädt.

Geoffrey Glaser

 

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